Wirkungen der harten Matratze auf die Gesundheit

Wirkungen der harten Matratze auf die Gesundheit

Harte Matratze – ein Volksglaube, der auf die Wirbelsäule geht…

Sicher hat jeder schon die Meinung gehört, eine harte Matratze sei eine gute Matratze. Unsere Großeltern sagten das, der Arzt sagte das zu Tante Susi, als sie wegen ihrer Bandscheibe auf dem Boden liegen musste, und es stimmt doch: früher schliefen die Menschen auf Stroh und Heu, trotzdem haben sie überlebt“, und „damals, in der Steinzeit schliefen sie noch in Höhlen, und man sieht, wie weit es die Menschheit gebracht hat“, und das Argument: „bis jetzt habe ich auf einer harten Matratze geschlafen, wieso sollte ich wechseln?“

Die hier angeführten Argumente basieren alle auf Missverständnisse und Irrtümer. Eine harte Matratze macht nicht nur die Wirbelsäule kaputt, sie wirkt sich auf den gesamten Alltag aus, ja sogar auf den Alltag der ganzen Familie. Liest man diesen Artikel durch, wird jeder verstehen, warum man keine harte Matratze kaufen sollte, sondern sich lieber über eine halbharte Gedanken machen sollte.

Probleme mit dem Begriff – wann ist eine Matratze überhaupt hart?

Für den Härtegrad einer Matratze gibt es leider keinen optimalen Messwert. Die Matratzenfachleute in Deutschland haben ein System eingeführt, wenn ich mich richtig erinnere, wird die Härte auf einer Skala von H1-H5 angegeben. Das ist aber auch nicht maßgebend, man kann nämlich ohne die Matratze auszuprobieren, nicht wirklich etwas Vernünftiges über ihre Härte sagen. Ich habe zum Beispiel schon mal erlebt, dass ein Kunde mit 130 kg Körpergewicht eine Matratze extrem weichgedrückt hat – insgesamt wurden 11 cm Memoryschaum angebracht, von der allerweichsten Sorte, erst dann meinte er, das wäre gut. Er benutzt diese Matratze heute noch, und hat sogar Bandscheibenvorfall.
Aus dieser Geschichte wird auch deutlich, dass es sehr schwer ist, den Härtegrad zu bestimmen. Bei Schaumstoffen gibt es beispielsweise neben der Dichte auch einen Messwert für Härte – es wird in Kilopascal bestimmt,- aber ich würde jeden warnen, aus dieser Zahl konkrete Schlüsse zu ziehen.

Ist eine harte Matratze wirklich länger haltbar?

Viele Leute kaufen sich eine harte Matratze, weil sie denken, die wird ihre Form im Laufe der Jahre länger halten. Das stimmt nicht, sogar das Gegenteil ist der Fall. Meistens werden die harten Matratzen schneller weich, als weichere Matratzen.

Eine Kesselplatte bleibt nur hart für immer!

Man braucht nicht mehr Material, um eine harte Matratze herzustellen. Auch bei den Schaumstoffen kann man den Härtegrad erhöhen, ohne die Dichte des Schaumes zu verändern. Qualität kann man also nicht an der Härte der Matratze messen.

Warum sagt der Arzt, dass eine harte Matratze besser ist?

Die Wahrheit ist, kein Arzt sagt sowas. Man muss nur bei Google danach suchen: „Orthopäde harte Matratze“. Kein Arzt, der etwas von seinem Fach versteht, empfiehlt sowas. Harte Matratzen schaden nämlich der Wirbelsäule.
Das Missverständnis entstand wahrscheinlich dadurch, dass bei Bandscheibenvorfall empfohlen wird, auf einer Härteren Fläche zu schlafen – obwohl sich die Experten nicht mal darin einig sind. Manchmal auf dem Boden zu liegen kann hilfreich sein, aber sicher nicht jeden Tag. Es kann also vorkommen, dass der Arzt rät, auf dem Boden zu liegen. Das heißt noch lange nicht, dass es ideal wäre, auf Beton zu schlafen. Es gibt nur einige medizinische Fälle. Es gibt aber auch Fälle, wo der Patient in ein künstliches Koma versetzt wird, oder wenn Gliedmaßen amputiert werden. Das ist auch kein Normalfall. Genauso wenig, wie auf harter Fläche schlafen kein Normalfall ist.
Unsere Wirbelsäule wird sicher nicht dadurch gesund, wenn wir uns auf eine Kesselplatte legen. Wenn das so wäre, würde jeder auf einem Holzbrett schlafen. Das ist billig und hält länger…

Was sagen Mediziner wirklich über harte Matratzen?

Diese Frage müsste anders gestellt werden. Man sollte eher fragen, welche Matratzen Ärzte empfehlen. Die Antwort lautet: eine halbharte. Damit sind wir wieder beim Ausgangspunkt, nämlich wie hart eine Matratze eigentlich ist. Das ist aber Nebensache, denn wir haben schon darüber geschrieben, welche Matratze man kaufen sollte. Das Ziel dieses Artikels ist zu erklären, warum harte Matratzen nicht gut sind.

die Ärzte sagen

Du liegst so auf einer harten Matratze!/Quelle: thebedcompany.co.za

Also. Eine Studie in Spanien im Jahre 2003 untersuchte 313 Patienten mit Wirbelsäulenproblemen. Die Testreihe entsprach den Kriterien der Wissenschaft, die Ergebnisse wurden in einschlägigen Fachzeitschriften bekanntgegeben. Die Patienten nahmen ihre alten Matratzen, warfen sie auf den Müll und bekamen neue, halbharte Matratzen. Die Untersuchung dauerte 90 Tage lang. Am Ende gewannen die halbharten Matratzen, was keine Überraschung ist. Die Gruppe, die auf halbharten Matratzen schlief, hatte weniger Schmerzen, als die Kontrollgruppe. Die Ergebnisse der Studie werden hier zusammengefasst. Vielen Dank an meinen Kollegen Miki Molnár für das Entdecken dieser Studie.
Im Internet sind viele ähnliche Studien zu finden, alle beweisen, dass harte Matratzen schlecht für den Rücken und für die Wirbelsäule sind. Wenn man sich ins Thema vertieft, findet man auch Empfehlungen von ungarischen Ärzten. Die meisten Ärzte, die mit Namen und Gesicht hinter ihrer Meinung stehen, empfehlen keineswegs harte Matratzen. Die anderen gehören zur Volksglauben-Fraktion. Meistens stehen dann Meinungen ohne Namen mit dem Anfang „ Mein Arzt hat gemeint, dass…“, diese sind Befürworter der harten Matratze – man sollte ihnen nicht glauben.

Welche Nachteile hat eine harte Matratze?

Man muss kein Arzt sein, um gleich zwei Nachteile von harten Matratzen nennen zu können. Zum einen sind sie schlecht für die Wirbelsäule, zum anderen wird der Schlaf gestört. Diese Probleme werden im Bezug auf Seitenlage untersucht, denn 50-60% der Bevölkerung schläft in dieser Position.

Schlafen auf einer Matratze

Noch ein Bild, wie falsch liegt deine Wirbelsäule!/Quelle: europeanbedding.sg

Untersuchen wir zuerst, warum man auf einer harten Matratze nicht gut schlafen kann. In der Seitenlage sind die Schultern und die Hüfte die Druckstellen. Die Gelenke und alle Muskeln werden von der harten Liegefläche gedrückt. Das allein ist schon unbequem genug, und kann sogar zu Deformationen führen, ein weiteres Problem kann jedoch dadurch entstehen, dass auch der Kreislauf abgedrückt wird.
Da es nicht gerade günstig ist, wenn die Durchblutung gestört ist – dadurch entsteht auch das Kribbeln – , im Organismus setzt sich ein komplizierter Abwehrmechanismus in Gang. Man dreht sich nämlich im Schlaf um. Das Blut kann wieder ungehindert fließen, aber dafür müssen wir ständig die Position wechseln, dadurch schlafen wir unruhiger. Durch das ständige Umdrehen ist unser ruhiger Schlaf dahin, und wir fühlen uns unausgeschlafen. In diesem Artikel haben wir schon zusammengefasst, welche Folgen die falsche Matratze haben kann, es lohnt sich nachzulesen.
Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass 20-25% der Bevölkerung sich im Schlaf wälzen, ein Grund dafür ist die viel zu harte Matratze.

halbfeste Matratze

Die Wirbelsäule liegt so auf einer halbfesten Matratze! Es ist so gut!/Quelle: europeanbedding.sg

Das andere Problem ist, dass die Wirbelsäule nicht richtig gestützt wird. Wie schon erwähnt, auf harter Fläche sind Schultern und Hüfte die Druckstellen. Die Wirbelsäule spannt sich zwischen diesen zwei Punkten wie eine Brücke an. Praktisch hängt sie in der Luft – ohne Stütze. Die Wirbelsäule kann sich also in der Nacht nicht entspannen, sie ist nicht in Ruheposition, im Gegenteil, sie wird angespannt.
Eine normale Matratze hätte gerade die Aufgabe, in Seitenlage die Hüfte und die Schultern einsinken zu lassen, damit auch die Wirbelsäule unterstützt wird. In diesem Fall müsste man sich nicht ständig umdrehen, und auch die Wirbelsäule wäre in der Nacht verschont.

Meine Meinung über harte Matratzen

Bis jetzt ist schon sicher klar geworden, was Gábor Hahn über zu harte Matratzen denkt. Hier folgt jetzt die Meinung eines Matratzenfachmanns, der schon mehr als tausend Matratzen persönlich verkauft hat.
Im Geschäft bieten wir schon seit Jahren Geld-zurück-Garantie an. Matratzen werden meistens aus zwei Gründen zurückgebracht. Entweder weil die Größe falsch ist, oder weil die Matratze zu hart ist und drückt.

Du hättest Rückenschmerzen, wenn du nicht auf einer halbfesten Matratze liegst!/Quelle: continentalhospitals.com

Ich habe schon oft darüber nachgedacht, warum viele trotz aller Ratschläge eindeutig zu harte Schlafflächen auswählen. Vielleicht, weil harte Matratzen meistens billiger sind, oder weil sie noch weicher gemacht werden – zum Beispiel mit einer Auflage-, aber eine zu weiche kann nicht härter gemacht werden. Aber ehrlich gesagt weiß ich den Grund nicht.

Ich habe jedoch gemerkt, dass meistens die Leute das Falsche kaufen, die den Ganzen Matratzenkauf in zwei Minuten hinter sich bringen wollen, und sich gar nicht für den richtigen Schlafplatz interessieren. Nur schnell damit fertig werden! Diese Leute irren sich. Hier ein paar Tipps, nach welchen Merkmalen man die Härte einer Matratze auf keinem Fall beurteilen sollte:

  • Es reicht nicht, sich kurz auf die Matratze hinzusetzen, dadurch weiß man noch lange nicht, wie es ist, da drauf zu liegen.
  • Wenn man als Paar eine Matratze kauft, sollten beide sie ausprobieren, nur der eine reicht nicht.
  • Setzt man sich auf die Matratze, und sie sinkt ein, ist das kein Problem, man wird darauf liegen, und im Liegen verteilt sich das Gewicht ganz anders.
  • Wenn es schon im Geschäft drückt, wird es auch zu Hause drücken
  • Und nicht vergessen: es ist keineswegs mehr drin, nur weil die Matratze härter ist!

Kurz und bündig ausgedrückt: kauf nie eine zu harte Matratze, denn deine Wirbelsäule wird dir nicht dankbar sein… Lieber eine suchen, die auch von den Ärzten empfohlen wird: eine halbharte.

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