5 praktische Tipps zum Kauf einer Decke oder Steppdecke

5 praktische Tipps zum Kauf einer Decke oder Steppdecke

5 praktische Tipps zum Kauf einer Decke oder Steppdecke

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Kauf einer Decke – worauf sollte man bei der Auswahl achten?

Kauf einer Decke – worauf sollte man achten, wenn man die ideale Decke auswählen möchte?

Vielleicht ist es aufgefallen, dass im Titel sowohl Decken als auch Steppdecken erwähnt werden. Die beiden haben zwar die selbe Funktion, und doch sind sie nicht gleich, und ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten den Unterschied nicht kennen. Eine Decke ist (in der Regel, aber nicht immer) dünner, als eine Steppdecke und homogen (meistens aus Gewebe). Zum Beispiel die Merinoflor Wolldecke aus qualitativ hochwertigem Kammgarngewebe. Eine Steppdecke ist dagegen (häufig) dicker, sie hat  eine obere Schicht und eine Füllung (das Füllmaterial ist an die obere Schicht geheftet oder genäht).

Schauen wir zuerst die Anhaltspunkte an, die beim Kauf einer Decke oder Steppdecke wichtig sind.

Größe der Decke

Im Allgemeinen gilt die Regel, dass die Decke um 15-20 cm länger sein soll, als die Körpergröße, denn so kann man sie gemütlich hochziehen, ohne dass die Beine raushängen. Eine reguläre Decke ist übrigens 200 cm lang (ich habe ein paarmal schon kürzere gesehen), was für einen durchschnittlich hohen Mann ausreichend ist.

Die nächste Frage, die man sich überlegen sollte, ist, wie breit die Decke sein soll. Soll sie überhaupt für eine Person gemacht sein, oder für zwei?

Bei Decken für eine Person ist die 130 cm oder 140 cm breite am beliebtesten, das ist die Regel (ab und zu findet man welche, die 135 cm oder 150 cm sind). Ich halte die Größe 140×200 für praktisch, man kann sich gemütlich zudecken, oder sich auch damit einwickeln, selbst wenn man etwas stärker gebaut ist.

Ich weiß, viele Paare lieben das Gefühl, sogar durch eine große Decke miteinander verbunden zu sein (Decken für zwei sind meistens 200 cm oder 220 cm breit), trotzdem sollte man sich überlegen, lieber zwei Decken zu benutzen, zum einen ist das bequemer, man kann sie nicht so leicht von dem anderen runterziehen, außerdem ist eine Winterdecke ziemlich schwer und unhandlich (zB. eine Winterwolldecke für zwei Personen kann ca. 6 Kilogramm schwer sein!).

Hochgewachsene, oder Leute, die für ihren Bezug eine Decke mit spezieller Größe brauchen, können sich auch eine in individueller Größe machen lassen.

Warum ist die richtige Decke so wichtig?

Um erholsam zu schlafen, und sich am Morgen energisch zu fühlen und mit Schwung in den Tag zu starten, braucht man nicht nur eine gemütliche Matratze, die richtige Bettwäsche, also Kissen und Decke/Steppdecke sind ebenso wichtig.

Fehlt es daran, und es ist beispielsweise zu warm, die Decke ist nicht atmungsaktiv, dann wacht man verschwitzt auf, und erkältet sich beim Aufstehen. Wenn man sich in der Nacht immer wieder zudecken muss, kann auch keine Rede vom erholsamen Schlaf sein. Dazu müssen wir noch wissen, dass eine Decke, die ein Friedhof für Milben ist, allergische und asthmatische Beschwerden verschlimmert.

Warmhalten und individueller Wärmebedarf, gesundheitliche Probleme

Die ideale Decke bietet also dem Körper angenehm warme/kühle Temperatur und Trockenheit, indem es die Körpertemperatur hält, und dabei auch luftdurchlässig ist. Eine gute Decke hält warm und man schwitzt nicht.

Woran kann man die ideale Decke erkennen?

Das hängt davon ab, wie die Temperatur (die Beheizung) im Schlafzimmer in den verschiedenen Jahreszeiten ist, wie hoch der individuelle Wärmebedarf ist, oder auch ob man gesundheitliche Probleme (zB. Allergien) hat. Diese Faktoren entscheiden darüber, aus welchem Material die Decke am praktischsten sein soll.

Man kann sich eine dünnere, weniger warme Decke (bzw. eine Steppdecke mit leichterem Füllgewicht) für den Sommer und mildere Jahreszeiten (Herbst, Frühling) anschaffen (Dicke und Warmhaltefähigkeit gehen nicht immer parallel einher!), im Winter kann man zu einer isolierenden, dicht gewobenen, schwereren Decke wechseln. Es gibt auch Übergangsdecken für alle Jahreszeiten, die man das ganze Jahr über benutzen kann.

Das folgende Beispiel zeigt, wie schwer es ist, die ideale Decke zu finden, und wie subjektiv das Ganze ist. Ich benutze eine leichte, nicht so dicke Decke (abwechselnd mit einer Bambusdecke) im Sommer und in den Übergangszeiten (Herbst, Frühling), im November hole ich die dichte, doppelschichtige Wolldecke hervor. Der Chefredakteur unseres Blogs, Gábor dagegen heizt sein Schlafzimmer so warm, dass er das ganze Jahr über mit seiner anschmiegsamen Wolldecke auskommt.

Atemwegserkrankungen wie Allergien und Asthma haben auch eine Einfluss darauf, welche Decke man wählt. Man sollte sich eine suchen, in die die Milben nicht hineingelangen (es gibt nur wenige davon), oder eine, die man bei warmer Temperatur (über 60 Grad) waschen kann, um diese Schädlinge zu bekämpfen.

Wo soll man Decken und Steppdecken kaufen?

Meiner Meinung nach ist es besser, auch Decken und Steppdecken im Fachgeschäft für Schlafkultur zu kaufen (oder, wenn es geht, im Markengeschäft des Herstellers), als in den großen Einrichtungshäusern (IKEA, KIKA, Jysk und Co.), oder, wie wir sehen können, gibt es mittlerweile Billigbettwäsche in den Supermärkten (z. B. Spar). Man sollte ins Fachgeschäft gehen, auch wenn man im Kaufhaus alles billiger bekommt.

Warum bietet ein Fachgeschäft mehr?

Der Verkäufer versteht wirklich etwas von Decken, er kann individuell beraten, die Decken können befühlt und ausprobiert werden, und auch später wird man über die Pflege und Reinigung beraten. Auch eventuelle Beschwerden werden im Fachgeschäft ernst genommen und flexibel behandelt, ein Kaufhaus kann man dagegen endlos anrufen, bis einer endlich ans Telefon geht…

Deshalb muss man auch beim Online Kauf vorsichtig sein, da kann man sich nur auf die Produktbeschreibung verlassen, deshalb sollte man unbedingt auf Umtausch oder Geld-zurück-Garantie bestehen, wenn man keinen Fehlgriff machen möchte. Geldrückgabe ist sowieso praktisch, weil man mehrere Nächte unter der Decke schlafen sollte, bis man entscheidet, ob sie wirklich die richtige ist, bei Bettwäsche ist es aber nicht typisch, dass es diese Möglichkeit zur Probe gibt.

Man sollte wissen, dass die Garantie normalweise, wenn keine Umtauschgarantie vorliegt, sich nur auf Produktionsfehler bezieht (Materialmängel, Nähfehler), man kann nicht reklamieren, wenn die Decke zu warm, zu schwer oder unbequem ist.

Schauen wir uns jetzt die Materialien der Decken und Steppdecken an.

Wolldecke und Wollsteppdecke

Merinoflor Wolldecke

Ich bin ein wenig voreingenommen, was Wolldecken betrifft, ich lege mich nämlich seit Jahren unter einer Wolldecke schlafen (und schlafe zum Teil deswegen prima), wenn ich unabhängig davon bei Google suche, finde ich etwa doppelt so viele Treffer für den Begriff „Wolldecke” als beispielsweise für „Daunendecke” (das ist vielsagend, auch wenn das Ergebnis nicht 100%-ig ist). Das heißt, dass Wolldecken auf jeden Fall die beliebtesten Decken sind.

Diese Beliebtheit ist kein Zufall, eine Wolldecke hat nämlich eine herausragende Eigenschaft, die Temperaturregulierung, oder temperaturausgleichende Wirkung. Das heißt, die Wollfasern isolieren ausgezeichnet (halten warm), sind luftdurchlässig, und können dabei noch eine große Menge Feuchtigkeit aufsaugen (die Wollfaser saugt etwa 30% des eigenen Gewichtes auf), trotzdem fühlt sich Wolle auch bei hoher Feuchtigkeit angenehm trocken an.

Es ist also praktisch unmöglich unter einer Wolldecke zu schwitzen, beim Schlafen saugt sie die Feuchtigkeit von der Haut und gibt sie wieder ab, stellt also ein ideales Schlafklima zu jede Jahreszeit her, wie man sagt, im Winter heizt sie, im Sommer kühlt sie. Ich habe schon viele Decken und Steppdecken ausprobiert, und diese Eigenschaft fand ich persönlich bei der Wolldecke am effektivsten (wobei ich anmerken muss, dass die thermoregulierende Wirkung nicht so gut ist, wenn die Decke im Bezug steckt. )

Eine Merinoflor Wolldecke ist nicht dasselbe, wie eine Steppdecke mit Wollfüllung. Eine Wolldecke ist aus Kammgarngewebe, und im Gegensatz zur Steppdecke von außen „behaart”. Das muss betont werden, weil ich schon oft unter einer Steppdecke geschwitzt habe, die sind sehr dick und nicht so richtig luftdurchlässig.

Worauf man beim Kauf einer Wolldecke achten sollte?

Es gibt drei wichtige Faktoren, die man beim Kauf einer Wolldecke beachten sollte. Diese sind  Echtheit und Art der Wolle und die Dichte der Wolle, ob die Decke aus einer Schicht, oder aus zwei Schichten besteht, kann auch von Bedeutung sein.

Leider ist Wolle auch unter den Fälschern sehr beliebt. Wolldecken sind Lieblingsprodukte von Hausierern und Produktpräsentationen, Geschädigte können haarsträubende Geschichten erzählen. Bettwäsche aus Kunstwolle oder aus Wolle-Synthetik-Mischung bieten aber bei weitem nicht das Schlaferlebnis, wie echte Wolldecken.

Zum Glück gibt es einen Trick, mit dem jeder feststellen kann, ob die Decke aus echter Wolle ist, oder nur eine Fälschung. Man soll einige Fäden aus der Decke ziehen und a Flamme halten. Wenn es nach Plastik riecht, und mit hoher Flamme brennt, und die Asche hart wird, dann handelt es sich zu 100% nicht  um eine echte Wolldecke. Echte Wollfaser brennt nicht in Flammen, sondern verglüht langsam, riecht dabei nach verbranntem Haar, die Überreste können zerkrümelt werden (wenn man nicht gern mit dem Feuer spielt, sollte man Wolldecken nur im Fachgeschäft kaufen, da bekommt man garantiert eine echte.)

Auf dem Markt sind neben Merinowolldecken („Merino” ist die Bezeichnung der Schafrasse, die feine Wolle gibt) meistens Wolldecken aus Lamawolle und Kaschmir erhältlich. Was das Preis-Leistungsverhältnis betrifft, sind Merinowolldecken die eindeutigen Gewinner, sie sind kaum weniger weich, als exklusivere Wolldecken (oder sie sind ebenso weich, vielleicht ist nur Kaschmir ein wenig weicher), sie haben dieselben günstigen Eigenschaften, aber da der Wollertrag des Merinoschafes viel höher ist und sie größere Mengen an Wolle abgeben, ist die Wolle wesentlich günstiger (ganz zu schweigen davon, dass Bettwäsche aus Lama- und Kaschmirwolle wegen den hohen Produktionskosten immer mit Schafwolle vermischt produziert werden. )

Wenn man mit einer Merinowolldecke liebäugelt, sollte man unbedingt nachfragen, ob sie aus Schaf- oder Lammwolle gemacht ist. Was das Erlebnis betrifft, gibt es da nämlich einen riesen Unterschied. Die Wolle eines älteren Merinoschafes nach einer Vielzahl von Schuren ist viel spröder und gröber, als die Wolle eines Lamms, bei einem Lämmchen, das jünger ist, als ein Jahr, ist die Wolle schneeweiß und weich (bei der ersten Schur). (Die Novetex Wolldecken sind aus Schafwolle gefertigt. )

Bettwäsche aus Wolle kann wegen der besonders hohen Saugfähigkeit (das große Gewicht droht damit, die Trommel der Waschmaschine abzureißen), und wegen deren Neigung zu verfilzen ausschließlich von Hand gewaschen werden. Eine Ausnahme ist die Superwash Wolle, die mit besonderer Technologie behandelt wurde, und bei Schonwaschgang auch in der Maschine gewaschen werden darf, sie ist auch weicher sind seidiger, als normale Wolldecken (man sollte wissen, dass Wolle selbstreinigend ist, Wollwachs/Lanolin bewahrt die Fasern vor Schmutz, man muss sie nicht oft waschen.)

Die Isolierung, Warmhaltefähigkeit der Wolldecke hängt von der Dichte der Wolle ab, aber auch davon, ob die Decke aus einer, oder aus zwei Wollschichten besteht. Dünnere Wolldecken mit einer Schicht sind leichter und anschmiegsamer, als die zweischichtigen, deshalb ideal im Sommer oder in milderen Jahreszeiten. Dickere Bettwäsche, bei der zwei Schichten zusammengenäht wurden, sind wärmer, dafür aber viel fester und schmiegen sich nicht so an den Körper. Diese schwerfälligeren Decken sind im Winter praktisch.

Die Wolldichte zeigt, wie viel Gramm Wolle sich auf einem Quadratmeter befinden. Auf dem Markt beträgt das im Allgemeinen 400-700 g/m2, je höher diese Zahl, desto mehr hält die Decke die Wärme. Sucht man zum Beispiel eine Wolldecke für alle vier Jahreszeiten, sollte man eine mit einer Schicht, aber mit hoher Dichte (700g) wählen, die schützt vor Erkältung, ist aber nicht unerträglich warm.

In Ungarn durchgeführte Versuche haben ergeben, dass die Hausstaubmilbe, die Asthma und Allergien verursachen kann, sich nicht in Wolle einnistet. (Dr. Vahid Yousefi-Kóbori Judit: Zucht und Auswahl von Merinoschafen. Verlag Szaktudás Kiadó Ház, Budapest, 2002, Seite 20.),  so kann man auch als Allergiker eine Wolldecke benutzen.

Wolldecken sollte man nur da kaufen, wo sie genau sagen können, was für eine Art Wolle das ist (nicht nur, ob Merino, oder nicht, sondern auch ob es sich um Schafwolle oder Lammwolle handelt), wenn sie auch noch den Abstammungsort sagen können, ist das schon eine Belohnung Wert (Merinowolle aus Australien und Neuseeland gehört zu den besten, die exklusive Lama- und Kaschmirwolle kommt aus Südamerika und Asien). Man sollte sein Glück nicht bei Herstellern versuchen, die keine Ahnung haben, was Wolldichte überhaupt ist (vor kurzem habe ich diese traurige Erfahrung bei einem der größten Matratzen- und Bettwäschehersteller machen müssen).

Die Marke Woolmark kann auch eine Garantie dafür sein, dass die Decke aus echter Wolle ist (Mit Betonung auf auch). Auf dem österreichischen und deutschen Markt habe ich noch kein Wollprodukt mit der Woolmark-Markierung gefunden (dazu gehört auch eine Registrationsnummer) (wenn jemand, der das liest, so eins zu Hause hat, soll er sich bitte bei mir melden).

Zwei Hersteller müssen beim Thema Wolldecken unbedingt erwähnt werden, Der eine ist Kaschmír Gold, bei ihnen sind Kaschmirdecken mit 30% Kaschmirgehalt erhältlich (üblich sind 3-10%). Der andre ist Wollde/Arangyapjú (deren Produkte sind ausschließlich bei dem Matratzenmann-Shop erhältlich), hier bekommt man 30 Tage Geld-zurück-Garantie für die Wollbettwäsche aus Lammwolle.

Wollsteppdecke

Wollsteppdecke ist was ganz anderes, als Decken. Bei einer Steppdecke wird in einen Überzug aus Baumwolle oder Baumwoll-Satin Streichgarn gefüllt. Baumwolle ist zwar saugfähig, bindet aber die Feuchtigkeit nicht so, wie Wolle, deshalb fühlt sie sich nicht trocken an, so ist die Warmhaltefähigkeit der Decke viel schwächer, als bei einer Merinoflordecke.

Die Isolierfähigkeit ist jedoch auch bei einer Wollsteppdecke ausgezeichnet, auch in einem ausgesprochen kühlen Schlafzimmer hält sie beim Schlaf warm. Der Grund für diese phantastische Warmhaltung ist, dass die Luft zwischen den krausen, flexiblen und schuppigen Wollfasern steckenbleibt.

Als Nachteil von Wolldecken und Decken mit Wollfüllung wird meisten ihr hohes Gewicht genannt (das ist jedoch ziemlich subjektiv). Je dichter die Wolle ist (je schwerer das Füllgewicht der Steppdecke ist), umso wärmer ist sie, aber dafür auch umso schwerer zu behandeln. Diese Eigenschaft tritt besonders beim Vergleich mit Daunendecken oder Seidendecken zu Tage.

Schauen wir nach, bei welchen Handlern es sich lohnt, nach Wollsteppdecken zu schauen. Ich kenne die Decken mit Wollfüllung von Naturtex Kft. gut und kann sie empfehlen (sie sind übrigens Profis im Bereich Daunen/Feder). Überraschenderweise bieten sowohl Billerbeck, als auch Novetex Steppdecken, die mit einer Wolle-Polyester Füllung hergestellt wurden.

Worauf man beim Kauf einer Wollsteppdecke achten sollte?

Immer eine Steppdecke mit Überzug aus natürlichem Material wählen (im Fachgeschäft ist das kein Problem), das kann luftdurchlässige Baumwolle, oder Baumwoll-Satin sein, oder auch bei Hitze kühles Leinen.

Das Füllmaterial sollte möglichst auch 100% Wolle sein, (und keine Mischung aus Synthetikfasern, obwohl die Steppdecke für den Sommer von Naturtex mit Seiden-Wolle eine gute Wahl ist), die Durchlüftung und Isolierung der Steppdecke ist nur so ideal.

Das Füllgewicht (also wie viel Wolle rein gefüllt wurde) beeinflusst die Wärmehaltung der Steppdecke. Das ist zum einen sehr subjektiv (jeder hat ein anderes Wärmebefinden), im Allgemein kann man sagen, dass Sommerdecken ein Füllgewicht von 400-800 Gramm haben, für die kalte Jahreszeit sind Steppdecken mit 1000-1500 Gramm Füllgewicht ideal (hier geht es um Decken für eine Person).

Daunendecken

Im deutschsprachigen Raum sind Daunendecken nach wie vor sehr beliebt.

Solange ich echte Daunendecken nicht kannte, dachte ich dabei immer an Großmutters riesengroße Daunendecke (man kennt diese sehr warmen, wahnsinnig schweren und kratzigen Decken). Das war ein Irrtum. Obwohl ich Wolldecken lieber mag, muss ich anerkennen, dass Daunendecken sehr gemütlich sind und schön warm halten (ich habe auch wegen meiner Allergie Vorbehalte).

Ihr größter Vorteil ist, dass sie Wärme halten, und trotzdem federleicht sind, ähnlich wie Seidendecken. Sogar die dickeren Daunen/Federdecken schmiegen sich an den Körper. Übertrieben gesagt fühlt es sich an, als wäre man gar nicht zugedeckt.

Die Steppdecken sind mit Daunen, mit Federn, oder mit einer Mischung dieser beiden gefüllt. Zwischen den vielen kleinen Verzweigungen der Daunen bleibt die Luft stecken (wie man weiß, das isoliert am besten), so schützen uns Daunendecken sogar in einem kühlen Zimmer vor Erkältung.

Ähnlich wie andere natürliche Materialien sind Daunen und Feder auch sehr saugfähig. Im Gegensatz zur Wollbettwäsche wird die Feuchtigkeit jedoch nicht so gut abgeleitet, und auch die Luftdurchlässigkeit ist weniger gut, als es für ein ideales Schlafklima nötig wäre –das sind meine Erfahrungen-.

Die Daunendecken sind gesteppt, das sorgt dafür, dass die Füllung nicht hin und her rutschen kann, und dass die Isolierung auf der ganzen Fläche effektiv ist.

Man könnte unendlich über das Thema Stauballergie und Daunendecken diskutieren. Ich als Allergiker empfehle die Benutzung einer Daunendecke für Allergiker nicht, selbst wenn ich weiß, dass sie nicht mehr so irritierend sind, wie die hausgemachten Daunen/Federdecken von Früher.

Ernstzunehmende Hersteller befüllen ihre Steppdecken nämlich nur mit gewaschenen und bei heißer Luft getrockneten, desinfizierten und entstaubten Daunen/Federn. Staub bleibt leicht an der Fläche von Federn haften, und auch die Milben, die sich von Hautpartikeln ernähren – und Allergien und Asthma verursachen- können sich in Daunendecken einnisten.

Staubmilben können am wirksamsten bei 90-95 Grad gewaschen bekämpft werden, die meisten Daunendecken sind aber nicht waschbar, oder wenn doch, dann nur bei 40 Grad.

Auch Daunendecken sollte man im Fachgeschäft für Schlafkultur kaufen, dort kann der Berater über all diese Punkte Auskunft geben. Am zuverlässigsten ist Naturtex Kft., und auch Billerbeck.

Worauf man beim Kauf einer Daunendecke achten sollte?

Am wichtigsten ist das Verhältnis von Daunen und Federn in der Decke. Daunen sind eigentlich die weichen Teile der Feder ohne den Stiel, von dem sich unzählige kleine Härchen abzweigen. Wegen der Struktur (die Luft bleibt zwischen den Härchen hängen) isolieren Daunen gut und wiegen kaum etwas. Sie sind also ideal als Füllung, im Gegensatz zur Feder, die schwerer, kratziger und weniger isolierend ist, dafür aber als Füllung in Kissen gut ist, denn die flexiblen Stiele stützen den Hals und den Kopf ideal.

Je mehr Daunen eine Decke enthält, umso leichter und wärmer ist die Decke. Je nach Verhältnis von Daunen und Federn gibt es Daunendecken und Halbdaunendecken. Halbdaunendecken sind mit einer Mischung aus Daunen und Federn gefüllt (meistens 50-70% Daunen), das macht die Decke günstiger. Für diese Decken gilt aber nicht, dass sie ausgezeichnet isolieren und federleicht sind (Eine Federdecke enthält 100% Federn, sie ist schwere und wenn der Überzug nicht richtig geeignet ist, stechen die Federn die Haut.)

Daunendecken dagegen sind zu 100% aus Daunen (eine kleine Anmerkung: ich weiß aus Insiderquelle, dass es keine 100% Daunendecken mehr gibt, kleinere Federn werden bei der Produktion beigemengt, also ist der Daunengehalt nur etwa 95%).Man sollte eine echte Daunendecke wählen, die ist gleichzeitig warm, weich und leicht.

Die Füllkraft bestimmt die Qualität der Daunendecke, und somit auch alle anderen Eigenschaften (Gewicht, Isolierfähigkeit, Haltbarkeit). Eine Daunendecke mit hohem Füllgewicht ist mit großen, flexiblen Daunen von guter Qualität gefüllt (die Füllkraft ist eigentlich das Gewicht der Daunen).

Eine Daunendecke dieser Art ist luftiger (sie enthält weniger Daunen und mehr Luft), wärmer, leichter und haltbarer (man sollte sich beim Kauf immer nach der Füllkraft erkundigen, die meisten Hersteller wollen das nicht preisgeben.) Im Allgemeinen kann man sagen, dass Gänsedaunen besser sind und höhere Füllkraft haben, als Entendaunen.

Das Füllgewicht beeinflusst die Wärmehaltung der Daunendecke. Daunendecken für eine Person mit Füllgewicht von 400-650 Gramm sind im Sommer und in der Übergangszeit praktisch, für die kalte Jahreszeit sind Daunendecken mit 800-1000 Gramm Füllgewicht ideal (doppelte Daunendecken für den Sommer und Winter wechseln zwischen 800-1500 Gramm).

Will man vermeiden, dass man nachts von der Daunen- oder Federdecke gestochen wird, sollte man eine aussuchen, bei der der Überzug aus speziellem, federfestem Gewebe ist. Meistens ist das Baumwolle, Baumwolle-Satin, oder auch Leinen (wenn die Decke aus Daunen ist, wird sie nicht stechen, im Gegensatz zur Federdecke.) Baumwolle ist luftdurchlässig und saugfähig, Leinen fühlt sich auch bei Hitze kühl an.

Die Füllmaterial, die zu 100% aus Natur sind, können leider Gefahr für die Gesundheit bedeuten. Aus diesem Grund werden die verwendeten Textilien und Materialien seit 1992 in Deutschland und in der Schweiz analysiert und es gibt eine OEKO-TEX Zertifizierung. Das bedeutet, die Textilien und die Materialien, die mit der OEKO-TEX Schadstoffprüfung überprüft wurden, können die Umwelt und die Gesundheit nicht schädigen. (Die meisten Hersteller haben heutzutage diese OEKO-TEX Zertifizierung)

Baumwolldecke und Seidendecke

Baumwolldecke

In Österreich besteht nicht so viel Bedarf an Baumwolldecken und Seidendecken, wenn man aber ein natürliches Material möchte, kann man auch diese wählen.

Baumwolle (die Fasern aus der Baumwollpflanze) ist ideal als Decke, wegen der – bereits erwähnten – ausgezeichneten Saugfähigkeit und Luftdurchlässigkeit. Sie bietet ein ideales Schlafklima, man schwitzt in der Nacht nicht. Im Gegensatz zu anderen natürlichen Materialien ist die Isolierung jedoch weniger gut. Ich denke, deshalb ist sie auch weniger beliebt.

Entscheidet man sich trotzdem für eine Baumwolldecke, sollte man darauf achten, dass sowohl die Hülle, als auch die Füllung zu 100% aus Baumwolle ist, damit sich alle günstigen Eigenschaften entfalten können. Wenn man oft friert, sollte man eine Decke mit hohem Füllgewicht wählen (mindestens 800-1000 Gramm).

Seidendecke

Seide ist echter Luxus, dementsprechend hoch ist auch der Preis (eine Seidendecke für eine Person kostet um die 80 000 Forint). Unter den Decken aus natürlichem Material ist die Seidendecke am feinsten und weichsten.

Ähnlich wie Wolle (aus Keratin) ist auch Seide eine Art Protein (Fibroin, Sericin), das Drüsensekret der Seidenraupe. Der Preis ist deshalb so hoch, weil nur sehr wenig Faden vom Kokon, in dem sich der Schmetterling entwickelt, abgewickelt werden kann. Die Textilindustrie verwendet auch den Kokon anderer Schmetterlingsarten. Der Faden von Wildseide ist dicker, und somit weniger wertvoll.

Das Wort „seidig” beschreibt genau, warum eine Seidendecke so super ist. Sie ist unfassbar weich, sanft, anschmiegsam, umgibt den Körper fein und streichelt die Haut. Sie ist schwerelos, trotzdem schützt sie auch bei kaltem Wetter. Seide hat netzartige Struktur, und isoliert ausgezeichnet, außerdem nimmt sie die Feuchtigkeit von der Haut auf und gibt sie in die Luft ab, und bietet damit ein ideales Schlafklima.

Worauf man beim Kauf einer Seidendecke achten sollte?

Wenn man eine Seidendecke genießen möchte, sollte man eine Decke aus Raupenseide wählen, keine aus Wildseide. Wildseide ist zwar sehr haltbar, aber verwöhnt wird man nur von der echten Decke aus Raupenseide.

Die Füllung sollte natürlich auch 100% Seide sein, bei einer Mischung fehlt gerade das Wesentliche. Das Füllgewicht sollte man demnach auswählen, ob man zum Frieren neigt, bzw. in welcher Jahreszeit man die Decke benutzen möchte. Ein Füllgewicht von 400-800 Gramm ist im Frühling-Sommer praktisch, im Winter halten Seidendecken von 1000-1500 Gramm schön warm.

Als Überzug wird sowohl Seide, als auch Baumwolle verwendet. Eine Seidendecke mit Seidenhülle ist noch feiner, als die mit Baumwollhülle.

Man sollte noch die Bambusdecke erwähnen. Die Textilindustrie verwendet Bambusfaser (auch Viskose wird daraus gemacht) zur Herstellung von Decken und Bettwäsche. Bambus ist auch vollkommen luftdurchlässig, hat viermal so viel Saugkraft, wie Baumwolle, und ihm wird auch desinfizierende Wirkung zugeschrieben.

Decken aus Chemiefasern

Warum sollte jemand eine Decke aus Chemiefasern kaufen?

Solche Decken sind in allen Faktoren weit hinter denen aus natürlichem Material. Von Chemiefasern bekommt man Ausschlag, man schwitzt, usw. Aber, um das ein wenig zu verdeutlichen, muss man sagen, dass Decken aus Chemiefasern zwar wirklich in jeder Hinsicht schlechter sind, als die natürlichen(es gibt zwar auch bessere Decken Chemiefasern, aber die kosten auch mehr), haben sie doch einen Vorteil: sie sind waschbar.

Wenn man an Allergie oder Asthma leidet, sollte man (neben Baumwolle und Seide) auch waschbare, antiallergene Synthetikdecken in Betracht ziehen. Man sollte aber eins genau beachten. Da Staubmilben (deren Kot Proteine enthält, die die Beschwerden hervorrufen) über 60 Grad absterben, sollte man eine Decke wählen, die man bei hoher Temperatur (90-95 Grad) waschen kann. Die Medisan Decke von Naturtex ist die beste, sie kann oft bei 95 Grad in Kochwäsche gewaschen werden (wegen dem speziellen Material wird sie nicht beschädigt.)

Ich wünsche viel Erfolg beim Kauf einer Decke oder Steppdecke!

Noch weitere Fragen? Schreiben Sie an info@matratzenmann.at


Wolldecke – 7 todsichere Tipps zur Auswahl und Pflege von Wollbettwäsche


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One thought on “5 praktische Tipps zum Kauf einer Decke oder Steppdecke”

  • andreas stecker
    von andreas stecker

    Ich mag Wollsteppdecken. Meine Oma hatte diese drei Wollsteppendecken immer zu Hause. Wenn ich dorthingehe, schlafe ich mit diesen Decken. VG

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