Wolldecke – 7 todsichere Tipps zur Auswahl und Pflege von Wollbettwäsche

Wolldecke – 7 todsichere Tipps zur Auswahl und Pflege von Wollbettwäsche

Wolldecke – 7 todsichere Tipps zur Auswahl und Pflege von Wollbettwäsche

Inhalt (klicken Sie auf das Thema, wofür Sie sich interessieren)

  1. Ist die Bettwäsche überhaupt aus echter Wolle?
  2. Material der Wolldecke
  3. Warum ist die Haardichte und Dicke der Wollbettwäsche so wichtig?
  4. Unterbett aus Wolle – Ein Muss!
  5. Wollbettwäsche – wie soll man sie behandeln, reinigen, waschen?
  6. Allergie gegen Wolle – wenn eine Wolldecke keine gute Wahl ist
  7. Garantie für Wollbettwäsche und sonstige Dienstleistungen

Man kann getrost behaupten, dass Wolldecken heute ebenso beliebt sind, wie eh und je.

Warum sind Wolldecken eigentlich so unglaublich populär?

Jeder kennt die Antwort auf diese Frage, der sich schon einmal in weiche Wollbettwäsche gekuschelt hat. In eine flauschige, warme Wolldecke kann man sich herrlich einkuscheln, sie hält in den kühlen Nächten warm, ohne gleich zu überhitzen, und man schwitzt selbst bei milderen Temperaturen nicht. Statt schweißgebadet steht man jeden Morgen frisch und energiegeladen auf.

Wolle – von der Menschheit schon seit Jahrtausenden benutzt – ist ein wahres Wunder der Natur, ein 100% natürliches Material aus nachhaltiger Quelle, unerschöpflich und vollkommen abbaubar. Dank ihrer thermoregulierenden Eigenschaften kühlt sie im Sommer, und hält im Winter warm. Wolle fühlt sich flauschig weich an, ist hautfreundlich, verursacht keine Allergien, wegen ihres Lanolingehalts (Wollwachs) ist sie staubabweisend und selbstreinigend.

Es ist jedoch nicht einfach, die individuell passende Bettwäsche aus echter Wolle auszuwählen. Und Auswahl ist erst der Anfang! Wolle ist für Pflege dankbar, sie garantiert 10-15 Jahre lang schöne Träume, dazu ist angemessene Pflege und Reinigung jedoch unerlässlich.

Mit Hilfe unserer Ratschläge liegt man garantiert nicht falsch!

1. Ist die Bettwäsche überhaupt aus echter Wolle?

Eines Tages tauchte bei mir im Fachgeschäft ein alter Herr auf, und versuchte mir sehr nett Wollbettwäsche anzudrehen. Es stellte sich heraus, dass er die Bettwäsche aus falscher Wolle  von Hausierern gekauft hatte. Die Bettwäsche war sichtbar von schlechter Qualität, wahrscheinlich aus Wolle-Kunstfaser.

Über solchen gefälschten Kram muss man wissen, dass sie bei weitem nicht dasselbe Erlebnis bieten, wie Bettwäsche aus 100% Wolle, ihre Thermoregulierung ist keinen Pfifferling wert.

So sieht angebrannte Wolle aus

Hätte der alte Herr diesen „uralten Trick” gekannt, wäre er sicher nicht reingefallen…

Die Wollfaser ist eigentlich ein Material aus Keratin, einem proteinartigen Stoff aus Stickstoff, Kohle, Sauerstoff und Schwefel, und enthalt noch 18 verschiedene Aminosäuren, ähnlich wie das Fell von anderen Tieren und das menschliche Haar auch (sie ist jedoch weicher und hat eine andere Form), Feuer ausgesetzt verhält Wolle sich sehr spezifisch.

Wolle anzünden! – die Feuerprobe, die alles entscheidet

Diesen Eigenschaften ist es zu verdanken, dass wir Wolle von Kunstfaser oder von pflanzlichen Fasern unterscheiden können. Man muss nur einen ganz einfachen Test durchführen, um nicht von schlauen „Woll”-Verkäufern über den Tisch gezogen zu werden.

Ziehen wir einige Fäden aus der Wollbettwäsche, und halten wir sie an ein brennendes Streichholz. Pflanzliche Fasern und Kunstfasern fangen schnell Feuer und brennen ab, Kunstfaser riecht dabei stark nach Kunststoff. Wenn man das merkt, kann man sicher gehen, dass es sich hierbei nicht um Bettwäsche aus echter Wolle handelt.

Wolle fängt nämlich nicht leicht Flamme, sondern fängt über Feuer gehalten erst langsam an zu glühen, dabei riecht sie nach angebranntem Fell/Haar (das riecht man auch beim Schweineschlachten, wenn dem Schwein  die Haare abgebrannt werden.) Wolle verfügt über die spezifische Eigenschaft der Selbstlöschung, das heißt, nach dem Entfernen des Feuers hört das Glühen sofort auf (gerade deswegen werden z. B. Sitzpolster in Passagierflugzeugen aus Wolle hergestellt.)

Die Brennstoffrückstände von 100% echter Wolle lassen sich leicht zerkrümeln

Mit diesem Trick könnte man also Wolle kinderleicht von Kunstfaser unterscheiden. Es gibt jedoch einen Haken..

Möchte uns der Handler hereinlegen, wird er es nicht mit reiner Kunstfaser versuchen, sondern mit einem Wolle-Kunstfaser-Gemisch, das sich beim Brennen genauso verhält, und auch so riecht, wie echte Wollbettwäsche. Wegen der Zusammensetzung bietet es aber nicht dasselbe Erlebnis.

Man kann also nur eines machen, um dahinterzukommen, ob die Bettwäsche nun 100% Wolle ist, oder nicht. Man muss versuchen, die Rückstände nach dem Brand zwischen den Fingern zu zerreiben, Mischfaser wird so hart, dass das nicht möglich ist, Wolle dagegen zerfällt leicht.

Ich möchte noch einmal betonen, dass Bettwäsche aus Kunstfaser oder Mischfaser nicht mit hautfreundlicher, weicher, thermoregulierender Wollbettwäsche mithalten kann, deshalb sollte man beim Kauf besonders vorsichtig sein.

2. Material der Wolldecke

Hat man sich davon überzeugt, dass die Bettwasche aus echter Wolle ist, kommt die Auswahl des idealen Wollmaterials. Bevor wir das erläutern, interessante Fakten: ursprünglich wurde das feinste Fell der Schafe, der Flaum Wolle genannt (gröbere Haare darf man also nicht mit Wolle verwechseln!), später nannte man den Flaum der Kaschmirziege, des Lamas (Alpaka, Vikunja), des Kamels und der Angoraziege (Mohairwolle) ebenfalls Wolle.

Decke aus Wolle des Merinoschafes und Lamms

Ich möchte hier auf Wollmaterialien eingehen, aus die die in Ungarn erhältliche Bettwasche hergestellt wird, die anderen werden nur als interessante Fakten erwähnt.

Wolle vom Schaf und vom Lamm unterscheiden sich nicht nur im Aussehen, Lammwolle fühlt sich auch viel weicher an!

Schafrassen sind verschieden je nachdem, ob sie grobe, oder feine Wolle produzieren. Feine Wolle kommt von sogenannten Merinoschafen (diese Rasse stammt aus Spanien, die Vorfahren kommen ursprünglich aus dem Gebiet des heutigen Iran). Daher kommt der Name Merinowolle, die bekannteste und beliebteste Art von Wolle.

Damit das Leben nicht zu einfach ist, gibt es auch noch zwei verschieden Arten von Merinowolle. Wolle von schon öfter geschorenem, älterem Schaf ist spröder und gröber, als die flauschige, schneeweiße Wolle vom erstgeschorenem Lamm, das jünger ist, als ein Jahr. Sieht man also eine Decke aus Merinowolle, sollte man nachfragen, ob es weiche Wolle vom Lamm ist, oder die weniger weiche vom Schaf, das macht nämlich einen bedeutenden Unterschied.

Bettwäsche aus Merinolammwolle ist eine gute Wahl, vielleicht sogar die beste, hier muss man aber auch ein strenges Qualitätsmerkmal vor Augen halten. Und zwar den Abstammungsort der Rohwolle. Die beste Merinowolle kommt aus Australien (aus dem Südwesten, aus New-South-Wales und Victoria, und aus Tasmanien), und aus Neuseeland, und wird in die Webfabriken von Italien und Deutschland geliefert.

Australische Merinoschafe geben die beste Wolle. Bild Quelle: Dr. Vahid Yousefi-Kóbori Judit: Zucht und Auswahl von Merinoschafen. Verlag Szaktudás Kiadó Ház, Budapest, 2002.52.

Wolle aus Australien und Neuseeland ist schneeweiß und von besonderem Reinheitsgrad (Redement), sie ist sehr fein anzufühlen (das laue ozeanische Klima macht die Freilandhaltung der Schafe das ganze Jahr über möglich, so erhält die Wolle ihre besondere Qualität, ein Drittel der Wollproduktion der Welt stammt von hier.) Ich empfehle, australische oder neuseeländische Wolle zu wählen, ernstzunehmende Hersteller geben auch den Herkunftsort der Wolle an.

Besondere Wolldecken – Lama, Kaschmir, Kamel, Mohairwolle

In Ungarn sind neben Bettwäsche aus Merinowolle auch besondere, exklusivere Bettwäsche aus Lama- und Kaschmirwolle erhältlich (wenn auch viel seltener). Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass diese Bettwäsche nie aus 100% Lama- oder Kaschmirwolle gemacht sind, sondern mit Merinowolle gemischt wurden. Das ist keineswegs Betrug, diese Art von Wolle ist viel teurer, als Schafwolle, Bettwäsche aus reiner Lama- oder Kaschmirwolle wäre praktisch unbezahlbar. 

Bettwäsche aus Lamawolle besteht in Ungarn meistens zu 50% aus Lamawolle, 50% aus Merinowolle, Kaschmirwolldecken auf dem ungarischen Markt enthalten etwa 3-30% Kaschmirwolle. (Interessant ist, dass damals die Boch GmbH Decken aus 10% Kaschmir hergestellt hat, ihre Kaschmir Gold Wolldecke enthält 30% Kaschmir!)

Die bräunliche Wolle des zierlichen Packtieres aus den Anden, des Lamas ist ähnlich fein, wie die des Merinolamms. Die Kaschmirziege stammt aus Tibet, ihre Wolle ist besonders fein, da das Schergewicht sehr niedrig ist, ist Kaschmirwolle besonders teuer (für einen Männeranzug ist das Flaumhaar von 30 Kaschmirziegen nötig.)

Wolldecken aus Lamawolle sind ähnlich fein, wie Lamawolle

Nur um den Unterschied zwischen der Weichheit von Lammwolle, Lamawolle und Kaschmirwolle zu verdeutlichen, hier einige Daten: die weltberühmte australische Merinowolle hat einen Durchmesser von durchschnittlich 22-24 Mikrometer, die Wolle des Lamas 27 Mikrometer, die Kaschmirwolle jedoch nur 14-15 Mikrometer.

Was die Feinheit betrifft, besteht also ein Unterschied zwischen den verschiedenen Wollarten, dies ist aber nicht so beachtlich (Kaschmirwolle fühlt sich ein wenig seidiger an), allerdings verfügt jede Art von Wolle über die gleichen Eigenschaften, es ist also egal, ob man sich in eine Decke aus Merino- Lama- oder Kaschmirwolle einkuschelt, jede garantiert trockenes, nicht zu warmes Klima und Entspannung ohne Schwitzen.

In Ungarn sind diese Wollarten erhältlich, in anderen Ländern wird aber auch aus dem Fell von anderen Tieren Bettwäsche und Kleidung hergestellt. Mohair wird die Wolle der Angoraziege genannt, die ist etwas gröber, als die bisher genannten (Feinheit von etwa 12-90 Mikron), besonders flexibler und haltbarer Textilgrundstoff ist die exklusive Kamelwolle mit rötlich-brauner Farbe und besonders weicher Textur (10-30 Mikron).

Das feinste Tierhaar stammt vom wild lebenden Vikunja. Bild Quelle: Márton Zilahi: Rohstoffe der Textilindustrie. Lehrbuchverlag, Budapest 1953. Bild Nr.464.

Die kleinste Lamarasse, das Vikunja gibt das feinste Tierhaar. Das Unterhaar des wild lebenden Vikunjas ist 13 Mikron fein, Textil aus Vikunjawolle, die als Rarität gilt, kostet ein Vermögen.

Wollbettwäsche Superwash

Neben Bettwäsche aus normaler Wolle gibt es auch sogenannte Superwash Wolldecken. Superwash Wolle mit einem speziellen Behandlungsverfahren hergestellt, das die Schuppen auf der Oberfläche des Wollhaars ablöst.

Superwash Wollbettwäsche kann so auch in der Maschine gewaschen werden (mit Wollprogramm, schonender Schleudergang), sie verfilzen nicht (die Verfilzung der Wolle liegt nämlich an der schuppigen Oberfläche), sie sind seidiger anzufühlen und weicher, als herkömmliche Wolle (wegen des teuren Materials liegt eine Superwash Wolldecke  in einer höheren Preisklasse, als normale Wolldecken).

Links ist die seidige Superwash Merinowolle zu sehen.

Wenn man empfindliche Haut hat, und normale Wolle als „kratzig” empfindet, die Decke aber nicht in einen Bezug stecken möchte, bzw. leichte Waschbarkeit wichtig ist, dann ist die Superwash Wolldecke sicher die richtige Wahl (es werden sowohl Sommerdecken, als auch Übergangsdecken daraus hergestellt).

3. Warum ist die Haardichte und Dicke der Wollbettwäsche so wichtig?

Der Begriff Haardichte bei Wolle

Die Wolldichte oder Haardichte zeigt an, wie viel Gramm Wolle sich in einem Quadratmeter Tragefläche der Bettwäsche oder Decke befindet.

Wenn man es ganz vereinfacht ausdrücken möchte, kann man sagen, je größer diese Zahl ist, umso effektiver können sich die wohltuenden Eigenschaften der Wollbettwäsche entfalten (da sie mehr Wolle enthalten). Das stimmt aber nicht ganz, manchmal ist weniger mehr (die Qualität des Materials ist ebenso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger, als die Dichte).

Dicke der Wolldecke – Merinoflor Wollbettwäsche mit einer und mit zwei Schichten

Neben der Dichte ist es auch nicht egal, ob die Decke aus einer Schicht Wolle besteht, oder aus zwei Schichten. Bei dickeren Decken, die eher im Winter praktisch sind, werden zwei Schichten Wollstoff zusammengenäht, bei Sommer- und Übergangsdecken wird eine Schicht Wollstoff aufgebauscht.

Eine zweischichtige Wolldecke aus Lammwolle ist eher im Winter praktisch

Eine zweischichtige Wolldecke ist „schwerfälliger”, schwerer, sie hält jedoch Wärme besser, die bauschige einschichtige Decke ist weniger warm, dafür anschmiegsamer und leichter (+1 Tipp: bei kühlerem Wetter sollte man die Seite mit Merinoflor nehmen, die bauschige Seite bei angenehmerem Wetter). Das hängt natürlich auch von der Dichte der Wolle ab.

Welche soll man wählen?

Auf dem ungarischen Markt (der aus irgendeinem Grund schrumpft) beträgt die Dichte der Wollbettwäsche 400-700 g/m2. Je dichter eine Wolldecke ist, umso schwerer und wärmer ist sie.

Welche individuell am praktischsten ist, hängt von drei Faktoren ab: in welcher Jahreszeit man die Wolldecke benutzen möchte (im Winter oder das ganze Jahr über); welche Temperaturen im Schlafzimmer herrschen (wie es zB. im Winter beheizt wird); ob man wärmebedürftig ist, oder nicht (einige Leute fühlen sich auch bei kühleren Temperaturen wohl, andere mögen es, wenn es warm ist.)

Möchte man eine Wolldecke speziell für den Winter, sollte man eine zweischichtige mit mindestens 600 g/m2 Dichte wählen. Unseren Erfahrungen nach halten diese die Wärme ideal, auch bei kälterem Wetter. Ein Nachteil ist, dass sie schwer und steif sind. Wenn man oft friert, kann man auch noch dichtere Bettwäsche nehmen. Heutzutage ist die Premium Decke der Firma Arangyapjú die dichteste Decke in Ungarn.

Ich wurde schon oft gefragt, ob man dicke, dichte Wolldecken im Sommer überhaupt nicht verwenden kann. Es ist unmöglich unter einer thermoregulierenden Wolldecke zu schwitzen, eine Winterwolldecke könnte aber bei milderem Wetter trotzdem „zu viel” sein (es ist kein Zufall, dass viele Leute im Sommer gar keine Decke brauchen).

Bei milderem Wetter machen bauschige, einschichtige Wolldecken das Rennen.

Im Sommer und Frühling können dünne, einschichtige, 450-550 g/m2 dichte Wolldecken optimal sein. Sie sind anschmiegsam und leicht, sie halten die Wärme nicht so stark.

Natürlich wolle viele Wollbettwäsche für das ganze Jahr, die sie in jeder Jahreszeit verwenden können. Dafür eignen sich einschichtige, aber besonders dichte Wolldecken. Für das ganze Jahr ist einseitige Wollbettwäsche mit 600-700 g/m2 Dichte am besten geeignet.

Man sollte immer beachten, dass es individuell verschieden ist, wer bei welchem Klima sich wohlfühlt, die oben genannten Behauptungen sind also etwas subjektiv (Matracman beispielsweise heizt sein Schlafzimmer so sehr, dass er auch im Winter seine Sommerdecke mit 450 Dichte prima verwenden kann). Ich empfehle also, vor dem Kauf die Decke auszuprobieren, damit man sicher nicht falsch wählt. Am sichersten ist es, wenn es eine Rückzahlungsgarantie oder Umtauschgarantie gibt.

Länge des Wollfadens

Dieses Thema wird meistens vernachlässigt, obwohl es wichtig sein kann. Der Stoff, aus dem die verschiedenen Bettwäschen hergestellt werden, kann aus kürzerem und längerem Wollfaden bestehen. Eine Decke aus längeren Wollfäden ist empfindlicher, sie verfilzt schneller und sieht eher abgenutzt aus. Dichtere, kürzere Wolle hält länger, ist strapazierfähiger und filzt auch nicht so schnell.

Wolldecke oder Steppdecke?

Man darf Decke und Steppdecke nicht miteinander verwechseln, diese zwei sind grundverschieden. Wolldecken werden durch das Aufbauschen eines Wollgewebes (auch Merinoflor genannt), oder durch das Zusammennähen von zwei Wollgeweben hergestellt (es gibt auch Decken, in die auch Baumwolle dazu genäht wird.)

Wolldecken werden aus Kammgarn hergestellt (erstklassige, zum Spinnen geeignete Wolle mit 6-14 cm Länge wird Kammgarn genannt), die wärmeregulierende Wirkung entfaltet sich bei Kammgarn zu 100% (sie bieten ständig trockenes angenehm warmes Klima, ohne dass man sich erkältet oder schwitzt), da die Bettwäsche fast ausschließlich aus Wolle besteht.

Eine Steppdecke aus Wolle besteht meistens aus einer Außenschicht aus Baumwolle, diese wird mit Streichgarn aufgefüllt. Streichgarn hat schlechtere Qualität, als Kammgarn. Das ist aber nicht das wichtigste Problem mit Steppdecken, sondern viel schlimmer ist, dass Baumwolle nicht über die günstigen Eigenschaften von Wolle verfügt. Wolle ist besonders saugfähig, sie nimmt die Ausdünstungen des Körpers auf und bietet selbst bei höherer Feuchtigkeit trockenes Gefühl und ideales, trockenes Schlafklima, somit ruhigen und erholsamen Schlaf. Baumwolle kann das nicht, so hält eine Steppdecke zwar warm, aber man kommt leicht ins Schwitzen.

4. Unterbett aus Wolle – Ein Muss!

Dieses Thema wird leider meistens vernachlässigt, aber eine Unterbett aus Wolle ist ein unerlässlicher Bestandteil einer Wollbettwäschegarnitur. Wolle isoliert ideal, und schützt vor Wärme wie auch vor Kälte, sie bietet gleichmäßiges und beständiges Klima für die Nachtruhe.

Man deckt sich abends mit einer Decke zu bevor man einschläft, ebenso natürlich sollte es sein, dass man eine Wollunterbett unter sich legt. So wird der Körper in wohltuende Wolle eingewickelt, man kommt nicht ins Schwitzen oder friert von unten. Ich empfehle also, neben der Wolldecke auch immer eine Unterdecke zu verwenden, für den erholsamen Schlaf.

Wollunterbett ist ein Bestandteil der Bettwäschegarnitur

Eine Unterbett aus Wolle hat auch noch weitere Vorteile. Die dicke, weiche Wollschicht (aus einer doppelten Schicht Wolle angefertigt) macht das Bett bequemer, und funktioniert dabei auch noch als Matratzenschoner. Auf das Bett gelegt schützt sie es vor Abnutzung und Flecken.

+1 Tipp: auf ein Doppelbett sollte man lieber ein großes Unterbett nehmen, statt zwei kleinere, weil sie nicht verrutscht. Noch besser ist es, wenn das Unterbett an den Ecken mit Gummibändern versehen ist, die sie an der Matratze fixieren. Die Größen der Unterbetten richten sich nach den handelsüblichen Bettgrößen: Unterbetten für zwei Personen sind meistens 140, 160, bzw.180×200 cm groß, die für eine Person 80, 90×200 cm.

5. Wollbettwäsche – wie soll man sie behandeln, reinigen, waschen?

Lüften

Wolle ist nicht nur weich, bequem und warm, sie ist sogar noch selbstreinigend, Wollwachs, oder Lanolin (auch Wollfett genannt) befindet sich auf den Wollfasern und schützt sie vor Verschmutzung, indem es die Fasern staubabweisend (antistatisch) macht. Das heißt aber natürlich nicht, dass man sie nicht sorgfältig pflegen soll, und man sie nie reinigen oder waschen muss.

Am wichtigsten ist aber das häufige Lüften. Das mäßige ozeanische Klima des Südwesten Australiens macht es möglich, die Merinoschafe das ganze Jahr über draußen zu lassen (Freilandhaltung), die ständige frische Luft sorgt für die außergewöhnliche Qualität der Wolle dieser Schafe. Man hat ausgerechnet, dass Wolle 3-5 m3 frische Luft pro Stunde braucht.

Für Wolle bedeutet frische Luft dasselbe, wie das Wasser für einen Fisch.

Eine Wolldecke wird vom Lüften erfrischt und neu belebt, es lohnt sich die Bettwäsche  eventuell täglich an die frische Luft zu legen, aber mindestens einmal pro Woche für 8 Stunden. Man sollte sie am besten nicht in einen Bettkasten oder in den Schrank reinstopfen, sondern draußen lassen. Es ist praktisch, nach Regen zu lüften, denn Wolle nimmt die Luftfeuchtigkeit auf und wird davon erfrischt. Man sollte sie aber nie in die Sonne legen, davon trocknet Wolle aus.

Wenn man eine neue Wolldecke auspackt, kann es ein wenig nach Schaf riechen, das ist ganz natürlich, Rohwolle, der daraus gemachte Wollstoff und auch die fertige Bettwäsche wird in Folie gehalten, bevor man sie in die Hände bekommt. Der Geruch bleibt so stecken, das ist aber meistens halb so schlimm, vom häufigen Lüften geht es vorbei, etwa in 2-3 Wochen (bis zur völligen Geruchslosigkeit können aber auch Monate vergehen.)

Reinigung

Es gibt mehrere Methoden eine benutzte, fusseligere Wolldecke zu reinigen. Ein volkstümlicher Trick besagt, dass man sie im Winter durch den sauberen Schnee ziehen soll. Das wiederholt man mit der anderen Seite auch, anschließend klopft man den Schnee ab. Die Wolle saugt sich somit Feuchtigkeit voll und wird gereinigt.

Im Sommer sollte man beim Lüften der Wolldecke sauberes Wasser mit Wollwaschmittel in einen Blumenspritzer geben und die Fläche der Wolldecke einspritzen.

Waschen

Selbstreinigende Wolle neigt weniger dazu einzustauben, es genügt sie 2-3- mal pro Jahr zu waschen, öfter ist nur dann notwendig, wenn es einen „Unfall” gab, z. B. die Decke wurde mit Kakao bekleckert.

Wolle zu Hause zu waschen ist problematisch, man sollte das nur versuchen, wenn man einen Garten hat. Die Waschmaschine kann man ruhig vergessen, würde man das versuchen, wäre das schlimm für die Decke ebenso, wie für die Waschmaschine. Eine etwas dickere Wolldecke passt zum einen gar nicht in die Maschine, zum anderen würde sie sich so mit Wasser vollsaugen, dass die Trommel der Waschmaschine unter diesem Gewicht abreißen würde, außerdem würde die Wolle wegen der langen Zeit im Wasser und wegen des Schleudergangs schnell verfilzen.

Superwash Wolldecken können bei Schongang auch in der Maschine gewaschen werden.

Wollbettwäsche darf mit der Hand gewaschen werden. Das Wasser sollte 25-35 Grad warm sein, man sollte ein Wollwaschmittel mit Lanolin nehmen, und immer darauf achten, sie nicht zu lange im Wasser zu lassen, danach vorsichtig ausdrücken und nicht wringen, denn davon verfilzt die Wolle. Nach dem Waschen sollte man das Wasser sanft ausstreichen. Zum Trocknen ins Freie legen, nicht aufhängen, damit sie nicht durchhängt (man sollte damit rechnen, dass sie zum Trocknen viel Zeit braucht). Starker Sonne sollte sie nicht ausgesetzt sein, sonst vergilbt sie und trocknet aus.

Im Gegensatz zu herkömmlicher Bettwäsche kann eine Superwash Wolldecke auch in der Maschine gewaschen werden, denn dank der speziellen Behandlungstechnik (die für die Verfilzung verantwortlichen Schuppen werden von der Oberfläche der Wollfaser entfernt) filzen diese Decke nicht. Die besonders weiche Superwash Wollbettwäsche ist bei Schongang mit leichtem Schleudergang auswaschbar.

Bettbezug benutzen

Meiner Meinung nach ist die Benutzung von Wollbettwäsche ohne Bezug besser, so spürt man die Vorteile einer Wolldecke am effektivsten. Es gibt aber auch ernstzunehmende Argumente für die Benutzung eines Bettbezuges (man sollte Bezüge aus natürlichem Material bevorzugen, die luftdurchlässig sind, wie z. B. Baumwolle, Leinen).

Die schon öfter erwähnte Verfilzung (die Wolle verdichtet sich wegen Wärme-, Feuchtigkeitseinwirkung oder wegen Reibung) erfolgt langsamer, denn der Bezug trennt die Bettwäsche on der Haut, so ist sie nicht so starken Einwirkungen ausgesetzt. Der Bezug schützt die Wolldecke auch vor Verschmutzung und Flecken.

+1 Tipp: Wenn man die haarige Oberfläche einer Merinodecke nicht mag, sollte man einen Bezug nehmen, oder eine seidige Superwash Decke  nehmen.

6. Allergie gegen Wolle – wenn eine Wolldecke keine gute Wahl ist

Als Allergiker muss ich immer darauf achten, mit welchen Materialien ich mich umgebe. Ich würde mich niemals in Bettwäsche legen, die allergische Reaktionen oder Asthma auslöst. Einem weit verbreiteten Irrtum nach verursacht Wolle Allergien, weil sie „Haare” hat, und alles, was Haare hat – der Teddybär, Teppich, usw.- löst Niesen und Augenrötung aus, denn sie enthalten Milben und werden staubig.

Das Fell eines Schafes besteht aus gröberem Oberhaar, Deckhaar und feinem, weichem Unterhaar. Wolldecken werden aus dem seidigen Unterhaar angefertigt, das anders ist, als die Haare anderer Tiere. Die Harre eines Hundes oder einer Katze sind völlig gerade, Wollhaar dagegen hat Wellen. Versuche haben bewiesen, dass sich Milben in der welligen Wolle nicht festsetzen können.  (Dr. Vahid Yousefi-Kóbori Judit: Zucht und Auswahl von Merinoschafen Verlag Szaktudás Kiadó Ház, Budapest, 2002. Seite 20.)

Wollhaar hat auch noch eine Lanolinschicht (Wollwachs), so ist es antistatisch, also staubabweisend. Das trockene, kühlere Klima ist für die Vermehrung der Staubmilben auch nicht günstig (Die meisten Allergien und Asthmabeschwerden werden von den Proteinen im Milbenkot ausgelöst).

Am Wollhaar bleibt der Staub nicht hängen.

Der beste Beweis ist jedoch, dass ich, der ich schon seit meiner Kindheit an Asthma leide und beim Prick-Test blitzschnell durchgefallen bin (mein ganzer Arm wurde rot), hatte noch nie Beschwerden wegen Wolle bekommen.

In sehr seltenen Fällen kann Wolle Allergie auslösen, das betrifft aber nur 1% der Allergiker.

Führen wir diesen einfachen Test durch, wenn wir erfahren möchten, ob wir zu einer Allergie gegen Wolle neigen, oder nicht. Man drückt ein Stück Wollstoff auf die Hand etwa 10-15 Minuten lang. Wenn die Haut rot wird, oder ein Ausschlag erscheint, muss man auf Wollbettwäsche leider verzichten.

7. Garantie für Wollbettwäsche und sonstige Dienstleistungen

Garantie für eine Wolldecke – wann gilt sie?

Worauf bezieht sich die Garantie bei einer Wolldecke?

Im Grunde ist sie bei Produktionsfehler und Materialfehler gültig, im Falle von Wolle sind das meistens Fehler der Nähte (die Naht löst sich, usw.). In Ungarn ist es meistens eine 1-2 Jahre Garantie.

Wann gilt die Garantie nicht?

Wenn die Wolldecke nicht bequem genug, zu warm, oder nicht warm genug ist, gilt die Garantie nicht (das klingt zwar einleuchtend, trotzdem wissen das viele nicht).

Wegen der schuppigen Oberfläche, der Flexibilität und Dehnbarkeit neigt Wolle zur Verfilzung. Das ist ein natürlicher Vorgang, der mit Benutzung eines Bezuges aufgehalten werden kann, und der die wohltuenden physiologischen Wirkungen von Wolle nicht beeinträchtigt (bei der schon erwähnten Superwolle gibt es keine Verfilzung). Also wird der Garantieanspruch nicht akzeptiert, wenn man sich auf Verfilzung beruft.

Wegen Verfilzung soll man nicht reklamieren.

Eine neue Wolldecke kann ein wenig nach Schaf riechen (Superwash Wollbettwäsche wurde behandelt und riecht nicht), der Geruch geht nach einigen Wochen mit regelmäßigem Lüften vorbei. Das ist auch kein Grund für eine Reklamation.

Wo sollte man Wollbettwäsche kaufen?

Immer nur dort, wo man die hier genannten Informationen bekommt. Aber jetzt im ernst.

Fangen wir lieber damit an, wo man sie nicht kaufen sollte. Keinesfalls von einem Hausierer, bei Produktpräsentationen oder im Einrichtungsgeschäft. Auch nicht dort, wo das Material oder die Dichte der Wolldecke nicht angegeben wird, und darüber auch keine Auskunft geben kann.

Sichergehen kann man, wenn man die Wolldecke und die Unterdecke  im Fachgeschäft kauft. Hier ist Qualität garantiert, man wird fachkundig beraten, und wenn nötig, wird man auch später unterstützt.

Umtausch und Geldrückgabegarantie

Es gibt Leute, für die eine Wolldecke einfach nichts ist, sie finden sie zu schwer, oder sie mögen ganz einfach dieses „haarige Gefühl” an ihrer Haut nicht. Für sie ist es nicht einfach die ideale Wolldecke auszusuchen.

Geldrückgabegarantie sichert mehr als alles andere, dass man ganz gewiss nicht falsch liegen kann beim Kauf von Wollbettwäsche. Soviel ich weiß, bietet heute allein die Firma Aranygyapjú 30 tägige 100% Geld-zurück Garantie für ihre Wollprodukte.

Ich wünsche viel Erfolg zur Auswahl der Wollbettwäsche!

Noch weitere Fragen? Schreiben Sie an info@matratzenmann.at.

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Quellen:

  • Viele Jahre Erfahrung beim Verkauf von Wollbettwäsche.
  • Dr. Vahid Yousefi-Kóbori Judit: Zucht und Auswahl von Merinoschafen Verlag Szaktudás Kiadó Ház, Budapest, 2002.
  • Márton Zilahi: Rohstoffe der Textilindustrie. Lehrbuchverlag, Budapest 1953.
  • László Gaál: Handbuch der Wollproduktion. Wolle- und Textilrohstoffvertriebsfirma, Budapest, 1967.

One thought on “Wolldecke – 7 todsichere Tipps zur Auswahl und Pflege von Wollbettwäsche”

  • Susanne Krehan
    von Susanne Krehan

    Ihr Artikel ist ausgesprochen informativ, vielen Dank! Können Sie mir Informationen über alte wollunterbetten geben -ich wüsste gerne, ob es Zeiten gab, in denen mit schädlichen anti -motten-ausrüstung gearbeitet wurde. Und, ob diese mit den Jahren, bzw. Durch waschen weggehen. Habe im netz leider keine Info dazu gefunden. Herzlichen dank! Susanne Krehan

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